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Ägypten

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Ägypten

Geschichte

Nur wenige Zivilisationen haben die Geschichte so nachhaltig beeinflusst wie Ägypten. Die Ägypter, seit über 5.000 Jahren am mächtigen Fluss Nil angesiedelt, sind eine der ältesten bis heute existierenden Zivilisationen unseres Planeten. Neben vielen anderen Erfindungen gelten die Ägypter als Schöpfer der Schrift um 3000 v. Chr. Durch fortgeschrittene Mathematik stellten ägyptische Gelehrte mit hoher Genauigkeit die Planetenbewegungen dar. Und natürlich waren die Ägypter die besten Architekten des Altertums; sie schufen Denkmäler und Tempel, die uns auch heute noch erstaunen und inspirieren.

Geografie

Ägypten wird vom Nil durchquert, dem mit über 6.600 Kilometern Länge längsten Fluss der Erde. Ägypten liegt am nördlichen Ende dieses Flusses an einem schmalen, aber extrem fruchtbaren Korridor im sonst unwirtlichen Wüstengebiet der nordafrikanischen Sahara. Ägypten dehnt sich zwar weit nach Westen und Osten aus, doch der Großteil des Gebiets ist leere, nicht nutzbare Wüste. Daher haben immer schon beinahe alle Ägypter in Gehweite zum Fluss gelebt.

Bis im 20. Jahrhundert Dämme gebaut wurden, trat der Nil jedes Jahr im Sommer über seine Ufer. Die ägyptischen Bauern verließen sich auf diese Fluten, denn sie brachten Wasser und Nährstoffe auf ihre Felder. Ein einziges Jahr der Dürre konnte der Bevölkerung schnell Hunger und Verderben bringen. Der Nil bot den Ägyptern außerdem viele Proteine. Sie waren geübte Fischer und konnten schon früh kleine Wasserfahrzeuge bauen und auf ihnen fahren.

Nördlich von Ägypten liegt das Mittelmeer. Dieses milde, ergiebige Meer bietet sich zur Erkundung und für den Handel zwischen den Zivilisationen an seinen Ufern an.

Ursprünge

Die ersten Menschen, die sich am Nil ansiedelten, kamen dort wohl um 7000 v. Chr. an, nachdem Klimaveränderungen das umliegende und einst fruchtbare Land in Wüste verwandelt hatte. Um 5000 v. Chr. pflanzte man am Fluss entlang in kleinen Siedlungen Feldfrüchte an und mit fortschreitender Entwicklung des Anbaus wurden die Siedlungen größer und mächtiger. Bei Ausgrabungen wurden Luxusgüter wie getöpferte Grabbeigaben, Kupferschmuck oder Perlen und Kosmetikartikel aus dieser Zeit gefunden, was auf einen großen Zuwachs an Wohlstand und Freizeit dieser Kultur hindeutet.

Der größere Reichtum erlaubte auch die Aufstellung und Aufrechterhaltung von Armeestreitkräften, mit denen andere nahegelegene Kulturen besiegt und erobert werden konnten. Um etwa 3000 v. Chr. war ein Großteil Ägyptens vereinigt. Der erste historisch belegte König war Menes, der die Hauptstadt Memphis gründete. Ihm wird auch die Umsetzung vieler Bewässerungstechniken zugeschrieben. Seine "Erste Dynastie" existierte etwa zwei Jahrhunderte.

Die Frühdynastische Periode

Die Erste und die Zweite Dynastie werden unter dem Begriff "Frühdynastische Periode" zusammengefasst, die etwa von 3100 v. Chr. bis 2600 v. Chr. dauerte. In dieser Zeit weitete Ägypten seine Macht entlang des Nils nach Süden und entlang der Mittelmeerküste nach Osten und Westen aus.

Das Alte Reich

Diese Zeit dauerte von etwa 2600 v. Chr. bis 2100 v. Chr. Das Alte Reich ist für die Vielzahl der Pyramiden bekannt, die zu dieser Zeit als Pharaonengräber gebaut wurden. Die Ägypter fuhren mit Booten auf dem Mittelmeer und dem Roten Meer, handelten mit Nahrung, Gewürzen, libanesischem Zedernholz und Luxusgütern wie Myrrhe (eine Art Räucherwerk), Ebenholz und Gold. Das Alte Reich zerfiel, als durch eine schwere Dürre die Regierung zusammenbrach, die ohnehin schon durch Korruption und Bürgerkrieg geschwächt war.

Spätere Perioden

Auf das Alte Reich folgten die Erste Zwischenzeit, dann das Mittlere Reich, dann die Zweite Zwischenzeit, das Neue Reich, die Dritte Zwischenzeit und schließlich die Spätzeit. Während dieser Zeitabschnitte (die etwa von 2100 v. Chr. bis 600 v. Chr. dauerten) erlebte Ägypten mehrfach Aufstieg und Fall, und Zeiten des Zwists und der internen Konflikte wechselten sich mit Zeiten des Friedens und des Wohlstands ab. Feinde von außen griffen Ägypten an, wenn es schwach war, und die Pharaos dehnten ihr Reich aus, wenn das Land stark war.

Im Jahr 525 v. Chr. wurde Ägypten von den Persern eingenommen, die das Land unter Kontrolle hatten, bis Alexander der Große es 332 v. Chr. einnahm, während er das Persische Reich systematisch demontierte. Nach Alexanders Tod gründeten die Griechen die Ptolemäische Dynastie.

Die mächtigen Ptolemäer regierten ohne Unterbrechung bis zum Tod Kleopatras VII. im Jahr 30 v. Chr. Ihr Selbstmord markierte gleichzeitig das Ende der Pharaonenzeit und den Anfang von Ägyptens Zeit als römischer und byzantinischer Provinz. Obwohl das Land 642 n. Chr. von muslimischen Eroberern eingenommen wurde, blieb es in den Händen fremder Herrscher - Araber, Osmanen, Franzosen und Briten -, bis es sich nach dem Ersten Weltkrieg schließlich von der britischen Regierung unabhängig machen konnte, die vom Seekrieg erschöpft war. Von 1922 bis 1952 schien Ägypten eine der erfolgreichsten konstitutionellen Monarchien der Welt zu sein. Doch das Land war reif für eine Revolution; es ist eine Ironie des Schicksals, dass der Militärputsch vom Juli 1952 unter Gamal Nasser Ägypten zu einer Insel der Stabilität im sonst so turbulenten Nahen Osten machte.

Kunst und Kultur

Die Monumentalarchitektur Ägyptens gilt bislang als unerreicht in der Geschichte. Die Ägypter waren auch großartige Bildhauer und schufen viele beeindruckende Statuen ihrer Pharaonen und Götter. Außerdem stellten sie feine, wunderschöne Arbeiten aus Gold, Edelsteinen und anderen Edelmetallen her - viel davon wurde in Gräbern und Gruften gefunden. Ein großer Teil der ägyptischen Kunst und Kultur scheint sich auf den Tod, die Bestattung und das Leben nach dem Tod bezogen zu haben (oder Kunstgegenstände mit diesen Motiven waren die häufigsten Grabbeigaben und daher besser erhalten als andere Kunst).

Religion

Die Religion war in der ägyptischen Gesellschaft äußerst wichtig. Es gibt eine Vielzahl an Göttern und einen detaillierten und komplexen Schöpfungsmythos. Der Pharao war sowohl Mensch als auch Gott, und er war dafür verantwortlich, sich bei den Göttern für seine Untergebenen einzusetzen. Die Priester dienten auch als Staatsbeamte. (Sollten die Ägypter jemals von der Trennung von Staat und Kirche gehört haben, hielten sie das wohl nicht für angebracht.) Die Ägypter glaubten an ein Leben nach dem Tod für diejenigen, die sich dessen würdig erwiesen, und sie glaubten an Zauberei und Magie. Viele Historiker sind der Ansicht, dass die Ägypter ihre Pyramiden als Wege in das Reich der Götter für die bauten, die sie darin begruben.

Zusammenfassung

Einer 5.000 Jahre alten Zivilisation kann man in ein paar Absätzen leider nicht gerecht werden. Auf seinem Höhepunkt war Ägypten ein mächtiges Reich, das einen ganzen Kontinent umspannte und dessen wissenschaftlicher und kultureller Fortschritt der Menschheit unschätzbaren Nutzen brachte. Und die großartigsten Werke, die Pyramiden, erstaunen die Menschen bis heute - wie sie es auch schon vor 4.000 Jahren getan haben.

Kurioses über Ägypten

Die Ägypter stellten als erstes Volk Wein her.

Uralte Mythen berichten, dass Bienen aus den Tränen des Sonnengottes Ra erschaffen wurden.

Ägyptische Arbeiter organisierten den ersten Streik der Geschichte.

Der erste dokumentierte Friedensvertrag wurde zwischen Ramses II. von Ägypten und Hattuschili III. vom Hethiterreich geschlossen.

Anders als in weitverbreiteten Mythen berichtet wird, ist nicht bekannt, wie die Sphinx ihre Nase verloren hat. Es gibt Zeichnungen der Sphinx ohne Nase aus dem Jahr 1737 - mehr als 60 Jahre, bevor Napoléon Ägypten erreichte. Die einzige Person, die bekanntermaßen die Sphinx beschädigte, war ein islamischer Geistlicher, Sa'im al-dahr, der 1378 für diesen Akt des Vandalismus gelyncht wurde.

Der weitläufigen Meinung, dass die Pyramiden von ausländischen Sklaven erbaut wurden, widersprechen Ausgrabungen von Skeletten, die zeigen, dass zumindest einige Arbeiter Ägypter waren. Manche von ihnen waren fest vom Pharao angestellt, andere waren Bauern, die nach der Erntesaison angestellt wurden.